Erstmalig erhält die Schule einen Fahrstuhl. Damit geht die Bildungseinrichtung einen entscheidenden Schritt Richtung Barrierefreiheit – eine Voraussetzung für Inklusion und gemeinsames Lernen. In den Sommerferien soll der Fahrstuhl errichtet werden. Rund 400 000 Euro werden dafür aufgewendet. Vor einigen Wochen wurde dazu ein Fördermittelbescheid von Bildungsstaatssekretär Dr. Thomas Drescher übergeben, denn ca. 75 Prozent der Kosten werden aus dem Kommunalen Investitionsprogramm bestritten. Mit der Errichtung des Fahrstuhls wird kein Klassenraum wegfallen – darauf legte die Gemeinde wert. Ebenfalls über den Sommer sollen neue (höhenverstellbare) Möbel für die Schule eintreffen. Dafür werden ca. 100 000 Euro aufgewendet (bei ca. 60 Prozent Förderung). Illustration: : MW & Partner Bauingenieure GmbH

Im Dezember letzten Jahres beschloss die Gemeindevertretung einige wichtige Investitionsvorhaben. Das LEEGEBRUCH JOURNAL berichtete in seiner letzten Ausgabe.

Insbesondere die Investitionsmaßnahmen, die in Folge des Starkregenereignisses des letzten Sommers notwendig geworden sind, befinden sich derzeit in der Vorbereitungsphase.

Rasselbande

Die Kita Rasselbande in der Parkstraße musste im Herbst geschlossen und geräumt werden. Aufsteigendes Wasser hatte zur Schimmelbildung geführt. Anfängliche Befürchtungen, die Kita müsse abgerissen und neugebaut werden, erwiesen sich nach gutachterlicher Prüfung als unbegründet. Millionenschwere Investitionen bleiben somit der Gemeinde erspart. Kostspielig ist die Sanierung dennoch. 300 000 Euro stehen für die Sanierung zur Verfügung. Vermutlich werden aber auch nur zwei Drittel davon benötigt. Derzeit befindet sich das Vorhaben in der Ausschreibungsphase, eine Vergabe der Leistungen steht bevor. Die Arbeiten sollen dann so schnell wie möglich beginnen. Ziel ist es, die Kindereinrichtung im August, zu Beginn des neuen Kita-Jahres, wieder ans Netz zu bringen. Neben den reinen wasserbedingten Instandsetzungsarbeiten wird die Gelegenheit auch genutzt, um umfangreichere Malerarbeiten durchzuführen und altbekannte Probleme im Sanitärbereich (Gerüche etc.) zu beseitigen.

Auch in die anderen Kitas wird investiert. Die Kita „Sonnenschein“ erhält voraussichtlich im Sommer eine neue Außenanlage. Der Umbau im „Wirbelwind“ kann erst im Herbst erfolgen, wenn die Kinder wieder in die Rasselbande umgezogen sind. In der Kita „Wirbelwind“ wird u. a. am Santitärtrakt Hand angelegt.

Durchlass Eichenallee

Der Gemeinde wurde im letzten Sommer drastisch vor Augen geführt, an welchen Stellen die Entwässerung des Oberflächenwassers nicht optimal funktioniert. Ein kritischer Punkt ist der Durchlass an der Eichenallee. Dort muss der Hauptgraben – der zentrale Entwässerungsgraben des Ortes – die Straße unterqueren. Das ganze nördliche Gemeindegebiet hängt an diesem neuralgischen Punkt. Derzeit laufen die Vorbereitungen, um in den Sommermonaten den Neubau des Durchlasses umzusetzen. Eine Totalsperrung der Eichenallee wird die Folge sein.

Furt statt Wehr

Südöstlich von Leegebruch soll Hand angelegt werden an einem Grabenabschnitt, der für die Entwässerung des Ortes in Richtung Oranienburger Kanal relevant ist. Am „Pinnower Nordostkanal“ soll ein bislang kaum taugliches Bauwerk in eine Furt – eine Untiefe, die das Durchfahren ermöglicht – umgebaut werden. Von dieser Lösung versprechen sich die Verantwortlichen einen besseren Abfluss des Wassers, da kein Bauwerk oder eine Verengung den Wasserfluss bremst. Positiv auch der geringe Wartungsaufwand. Die Furten-Lösung stellt auch sicher, dass die anliegenden Flächen durch die Landwirte genutzt und befahren werden können.

Das Vorhaben hat es in sich, hört sich einfacher an als es tatsächlich ist. Hier besteht ein besonderer Schutzbedarf, denn vor Ort verlaufen zwei Gas-Hauptleitungen mit über 80 bar Druck, das entspricht dem Druck einer Wassersäule von über 800 Metern Höhe. Hier gelten besondere Baurechtsvorschriften und es besteht ein erhöhter Abstimmungsbedarf. Hinzu kommt, dass auch der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Gelände erst freigeben muss.

Giso Siebert