B-Plan-Entwurf Lidl-neubau 2016 (Plan: Planungsbüro Ludewig)

Mit deutlicher Mehrheit gaben die Gemeindevertreter am 17. März dem Vorhaben von Lidl zur Markterweiterung „grünes Licht“. 13 Abgeordnete stimmten für die Aufstellung eines Bebauungsplanes „Ersatzneubau Verbrauchermarkt Eichenallee 41“ (1 dagegen und 3 Enthaltungen). Damit wurde zunächst der Startschuss gegeben, dass die Planer mit den konkreten Planungen und notwendigen Verfahren beginnen können. Bevor an der Stelle des jetzigen Marktes überhaupt der Bautrupp anrücken kann, müssen die Planungen konkretisiert werden und umfangreiche Prüfungen und Abstimmungen erfolgen, darunter die Beteiligung der Öffentlichkeit, der „Träger öffentlicher Belange“ sowie Umwelt- und Immissionsschutzprüfungen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit beginnt, sobald die Planungsunterlagen gefertigt sind und die Gemeinde den Startschuss gibt. Die öffentliche Auslegung dauert dann 14 Tage.

Geplant ist der Neubau eines größeren Marktes an der bisherigen Stelle. Statt auf den bisherigen ca. 800 Quadratmetern Verkaufsfläche wird der neue Markt sein Sortiment auf 1 480 Quadratmetern feilbieten.

Das neu zu bauende Gebäude auf dem 1,2 Hektar großen Grundstück wird gegenüber dem Bestand um 90 Grad gedreht, was wiederum ein neues Konzept der Erschließung erfordert. Kunden werden dann die Lidl-Parkplätze über eine neue Zufahrt von der Eichenallee erreichen. Die bisherige Einfahrt bleibt dann den Anliegern und Unternehmen hinter Lidl vorbehalten. Im Bauausschuss (10.2.2016) hatten die Abgeordneten Wolfgard Sonja Siebert (DIE LINKE) und Bernd Fischer (HGBV) angeregt, wenigstens für Radfahrer und Fußgänger eine Zuwegung im Bereich der bisherigen Zufahrt zu ermöglichen. Eine Prüfung des Ansinnens wurde zugesagt.

Um den neuen Lidl sollen 93 Stellplätze entstehen, dass sind drei weniger als jetzt. Allerdings ergab eine Analyse, dass eigentlich nur ein Bedarf von 52 bis 78 Stellplätzen bestehe.

In der Gemeindevertretung warb die Verwaltung um das Vorhaben. Es stärke den Einzelhandelsstandort und die Attraktivität des Ortes, hieß es mit Verweis auf die Planungen des neuen Wohngebietes Fritzens Hut und die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung des letzten Jahres. In dieser hob ein großer Teil der Befragten die gute Versorgungssituation in der Gemeinde hervor. Entsprechend sollten wir der Weiterentwicklung zeitgemäßer Nahversorgungsangebote nicht entgegen stehen, so die Argumentation.

Mit dem neuen Lidl-Markt wolle man laut den Unterlagen eine „bedarfsgerechte und zeitgemäße Warenpräsentation“ erreichen. Von einer Erweiterung des Sortimentes ist in den Unterlagen nicht die Rede. Ausgeschlossen dürfte das aber nicht sein.

 

Giso Siebert