Buchtitel: "Lengericher Frauen. Erzählte Lebensgeschichten"

Städtepartnerschaft: Geschichtsverein reist zur Buchvorstellung nach Lengerich

„Lengericher Frauen – Erzählte Lebensgeschichten“, so lautet der Titel des Buches, das im Herbst in Lengerich erscheinen wird. Am 28. Oktober soll mit allen (den Schreiberinnen und Schreibern, den Helferinnen und Helfern, den Begeisterten, den Interessierten) bei der Vorstellung des Buches ein Fest im Bistro der Lengericher Gempthalle gefeiert werden.

Die verschiedensten Schicksale völlig unterschiedlicher Frauen bilden den Inhalt. Neben Erlebniserzählungen, Berichten und Interviews gibt es Texte in lyrischer Form; auch plattdeutsche Ausführungen sind dabei. Viele Beiträge wurden nach Interviews geschrieben, andere handeln von Frauen, denen man posthum die Bewunderung und Hochachtung zeigen wollte; manche sind sehr arbeitsaufwendige Archivarbeiten.

So erfährt die Leserin/der Leser u. a. vieles über Frauen aus dem „Patriotischen Frauenverein 1814“ (das älteste Beispiel), über Frauen aus Russland und der Türkei, die in Lengerich eine neue Heimat fanden, über Industrielle, kompetente Firmenleiterinnen, über Frauen, die sich in Männerdomänen behaupten, über die Gründerin von Kindergärten in Namibia, über eine 100-jährige Frau, die über ihr Leben im Heuerhaus, ihre Hochzeit und ihre Urenkel berichtet, über Künstlerinnen, Frauen in sozialen Berufen oder mit ehrenamtlichem Engagement und eine Frau, die in den vom Außenbereich trennenden Mauern der jetzigen LWL-Klinik*, der früheren Anstalt, aufgewachsen ist.

46 sehr unterschiedliche Biografien sind beschrieben. Das verbindende Element ist der Bezug zu Lengerich, der Industriestadt am Teutoburger Wald mit der großen LWL-Klinik.
Sei es die Geburt oder die hier verbrachte Kindheit, die Schulzeit oder der Zuzug nach Flucht und Vertreibung oder auch die Liebe: Lengerich ist der gemeinsame Nenner.

Das Buch ist geschrieben worden für Menschen, die an der Geschichte von Frauen Lengerichs interessiert sind, die an ihren Schicksalen teilhaben möchten und sich überraschen lassen durch die Biografien von Frauen, die trotz vieler Schwierigkeiten ihr Leben meistern oder gemeistert haben, die durch Zuzug das Leben in der Stadt verändern.

Gefördert wird das Projekt u. a. vom Heimatverein Lengerich, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie der Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Tecklenburg. Vor bald drei Jahren begannen die Herausgeberinnen Ingrid Rolfes und Helgard Weiß – beide Mitglieder im AK-Geschichte des Heimatvereins – mit der Arbeit: Projektvorstellung, Suche nach motivierten SchreiberInnen und nach MitarbeiterInnen. Schon nach sehr kurzer Zeit interessierten sich etwa 50 Frauen und Männer, die das Vorhaben unterstützen oder selber mitschreiben wollten.

Adelheid Zühlsdorf-Maeder von der Evangelischen Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Tecklenburg sagte ihre Mitarbeit zu und vermittelte die professionelle Biografienschreiberin Claudia Berghorn aus Münster als „Lehrerin“. Mit ihr zusammen wurde im Laufe der Jahre viel über das Schreiben, die Formate, stilistische Elemente und Formulierungen bei Biografien dazugelernt. Als dann noch Gerda Zirbes aus dem Heimatverein Lengerich für die Treffen selbstgebackenen Kuchen und auch Tee und Kaffee bereitstellte, waren die letzten Voraussetzungen für gute Arbeit gegeben.

Helgard Weiß
(Mitglied im Arbeitskreis Geschichte des Heimatvereins Lengerich)

 

P.S.: Mitglieder des Geschichtsverein Leegebruch werden zur Lesung und Präsentation des Buches in die Partnerstadt Lengerich reisen. Neben der Buchvorstellung organisiert der Heimatverein, mit dem der Geschichtsverein sehr freundschaftliche Beziehungen unterhält, ein interessantes kulturell-historisches Rahmenprogramm.

* psychiatrische, psychotherapeutische und neurologische Klinik Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe mit Hauptsitz in Lengerich