Denkmalhaus (Foto: Liane Protzmann)

Das Historische für Leegebruch bewahren ist das Credo der Familie Zumker

Jetzt weht ein frischer Wind im alten Siedlerhaus. Das urige Wohnhäuschen in der Birkenallee 35, das als einziges in der Gemeinde Leegebruch seit 2005 unter Denkmalschutz steht, wird wieder so hergerichtet, wie es ursprünglich in den dreißiger Jahren ausgesehen hat. Denn seit Januar 2017 gibt es neue Besitzer: die Familie Zumker. Sie wohnt nebenan.

Und wer zieht da ein? „Da wohnen schon seit Anfang Mai die Eltern meiner Frau Britta, Elvira und Werner Masuth“ erklärt Jörgen Zumker und ergänzt: Sie hätten vor Jahren ein Siedlungshaus in der Straße „Am Roggenfeld“ Nr.1 bewohnt, sind dann in eine Wohnung „An der Aue“ gezogen und wollen nun, über siebzigjährig, wieder zu den Wurzeln zurück, wie früher wohnen. Natürlich vor allem auch des Gartens wegen. „Und sogar fünf Hühner möchten sie sich anschaffen“ meint der Schwiegersohn und lacht. „Sie haben uns in jungen Jahren viel geholfen. Das wollen wir jetzt zurückgeben und richten deshalb das Haus, das ja auch erhaltenswert ist, für sie her. Und haben sie jetzt direkt nebenan.“ Eine Leegebrucher Familiengeschichte mit Heimatgefühl also…

Birkenallee 35: Das Hauszeichen soll aber an der Frontseite angebracht werden, so wie oben es Britta und Jörgen Zumker zeigen. (Foto: Liane Protzmann)

Birkenallee 35: Das Hauszeichen soll aber an der Frontseite angebracht
werden, so wie oben es Britta und Jörgen Zumker zeigen. (Foto: Liane Protzmann)

Jörgen und Britta Zumker sind nun die dritten Eigentümer der Immobilie, die wie viele andere als Heinkel-Siedlung in der Zeit von 1934 bis 1938 erbaut wurde. Mit vier Zimmern, Küche und Bad steht das Haus auf einem 800 Quadratmeter großen Grundstück.

Um eines gleich klarzustellen: Die Fensterläden waren nie grün. Wenn es in alter Pracht wieder hergestellt ist, dann sind die Fensterläden in einem Grauton und der Hausputz in Weiß gestrichen. „Uns war schon bewusst, was wir da kaufen“, so der Leegebrucher aus der Birkenallee. Er erzählt, was und wie alles so passiert ist. Und über 10 000 Euro an Kosten sind jetzt schon investiert worden. Da kommt noch einiges dazu.

Der Restaurator hat bereits Proben von der Fassade und von Farbaufträgen genommen, um den Ursprungszustand zu ermitteln. Das steht alles so gut wie fest. Die Fensterläden mit dem alten, erhaltenen Schließmechanismus werden derzeit von einer erfahrenen, speziellen Tischlerei in Berlin nachgebaut. „Und die Dachziegel sind auch noch ein Problem“, ergänzt Jörgen Zumker und zeigt dabei das neue Nummernschild, das er anfertigen lassen hat: ein blaues Emaille-Schild wie einst.

Und dann kommt noch hinzu, dass das Hauszeichen der Nr. 35 verloren ist, auch keine Dokumente vom Motiv mehr da sind. Doch da gibt es Abhilfe. Das runde in Ton gebrannte Originalzeichen vom Roggenfeld mit Glockenmotiv und Jahreszahl 1938 soll wieder angebracht werden. Aber nicht wie einst direkt neben der Haustür, sondern an der Front vielleicht, meinen die Neueigner. Da wird vermutlich der Denkmalschutz das letzte Wörtchen mitzureden haben.

Der war auch die große Hürde der Vorbesitzerin Andrea Dornbusch, die ahnungslos vom Status und von Auflagen, Anträgen und Behördenkram das Haus vom Erstbesitzer Gerhard Wolgin 2004 erworben hatte. Sie ist nie richtig warm geworden mit dem Hexenhäuschen. Das konnten auch die Nachbarn beobachten und fassten voriges Jahr den Plan, der jetzt Stück für Stück verwirklicht wird.

Es soll nun auch als ein Schmuckstück für die Historie der Gemeinde wieder erweckt werden.

Liane Protzmann