Imker Mathias Pelz (Foto: Ulrike Unger)

Der Leegebrucher Mathias Pelz ist Imker aus Leidenschaft

In die zur Zeit häufigen Klagen über das große Bienensterben kann Mathias Pelz nicht einstimmen. Seine Völker haben den Winter gut überstanden, wenn auch mit den üblichen Verlusten von etwa 10 Prozent. „Das ist normal“, sagt der Leegebrucher, der auch in diesem Jahr gespannt auf das erste Ausfliegen seiner Völker nach der Winterruhe wartete. Bedingt durch die Kälte im Frühjahr war es erst Mitte Mai soweit, denn „sie brauchen eine Starttemperatur von mindestens 12 Grad und die haben wir jetzt endlich.“ Im heimischen Garten, wo acht Völker leben, freute er sich, als bei strahlendem Sonnenschein sogleich die ersten Pollen heran geschleppt wurden. Zum Summen hatten die Bienen aber noch nicht die rechte Lust, die kommt mit zunehmender Wärme. Und auch die Population steigt von 10-15 000 im Winter bis zur Sommersonnenwende auf etwa 50 000 pro Volk. Danach verringert sie sich wieder.

Bienenausflug (Foto: Ulrike Unger)

Bienenausflug (Foto: Ulrike Unger)

Wie kommen die Bienen über den Winter? Wie ernähren sie sich so ganz ohne Honig, der in Gläsern abgefüllt auf dem Regal steht? Wie wehrhaft sind sie gegen Schädlinge wie die Varroamilbe? Und wie lange lebt eine Biene? Die Kälte macht ihnen nicht viel aus, sie bilden im Stock eine Wintertraube, so haben sie es schön warm. Gute Pflege mit regelmäßiger Kontrolle ist Voraussetzung für die Abwehrkräfte gegen Schädlinge. „Ein starkes Volk ist weniger anfällig“, fasst Pelz zusammen und kommt zur Frage der Ernährung. Jeder verantwortungsbewusste Imker füttert im Winter zu. Den Honig hat er den Bienen ja „geraubt“, also ersetzt er ihn durch Zuckerlösung, 25 Kilogramm pro Volk. Das reicht bis zur ersten Blüte im Frühjahr. Bis Mitte Juli werden die Waben wieder gefüllt, ehe erneut Honig geerntet und geschleudert werden kann. Die unermüdlichen Produzenten dieses leckeren Brotaufstrichs sammeln nur an den letzten 15 Tagen ihres Lebens Nektar und Pollen. Vorher übernehmen sie die Brutpflege und bauen Waben, ehe sie nach 45- bis 60-tägigem Schuften sterben und tot auf den Boden fallen.

Selbstwendeschleuder (Foto: Ulrike Unger)

Selbstwendeschleuder (Foto: Ulrike Unger)

Diese und viele andere Fragen beantwortet Mathias Pelz, während wir neben den umherfliegenden Bienen stehen. „Sie sind ganz friedlich, solange sie kein Haarspray riechen und es nicht regnet oder gewittert. Und natürlich dürfen wir ihnen nicht im Wege stehen,“ schmunzelt der Hobby-Imker, für den das Beobachten seiner „Haustiere“ so entspannend ist, dass es fast einer Meditation gleicht.

Wie ist er zu dieser so zeitaufwendigen Feierabendbeschäftigung gekommen? „Eigentlich wollte ich ja Hühner haben,“ sagt er und schildert, wie ein Freund eines Tages dann mit zwei Bienenvölkern vor der Tür stand. Für Mathias Pelz war das als Laie ein Sprung ins kalte Wasser. Das ist jetzt vier lehr- und arbeitsreiche Jahre her und inzwischen fordern außer seinen Völkern im Garten weitere in Werder und Fehrbellin seine ganze Aufmerksamkeit. Als begeisterter Imker kann er sich heute kein schöneres Hobby vorstellen. Mit den Hühnern ist es übrigens nichts geworden.

Ulrike Unger

 

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